Tôd

 

Month-Tempel

last update: 05.09.2008


Tôd liegt ca 20 km südlich von Luxor auf dem Ostufer, gegenüber von Erment. Es handelt sich um das antike Djerti, zu griech.-röm. Zeit hieß es Tuphium. Der Tempel liegt ca. 4 km vom Nil entfernt und 800 m vor der Ostwüste, inmitten eines modernen Dorfes.
Tôd ist einer der vier Kultorte des Gottes Month. Der früheste Nachweis eines Tempels an diesem Ort ist ein Granitpfeiler mit der Kartusche des Userkaf, Pharao in der 5. Dynastie. Die Tempelanlage bestand bis in die Ptolomäerzeit. Die Kopten errichteten eine Kirche im Bereich der ältesten Tempelteile.

Im Mittleren Reich haben hier verschiedene Herrscher gebaut. So errichtete Sesostris I. einen steinernen Neubau aus Blöcken die die Namen Mentuhotep Nebhepetre und Mentuhotep Seanchkare tragen. Der Tempel Sesostris I. steht heute nicht mehr. Es existiert noch seine 19 x 26 m große Fundamentplatte und eine Wand mit einer historischen Inschrift Sesostris I. Vor diesem Tempel wurde in der Ptolemaerzeit, unter Einbeziehung der alten Fassadenmauer, ein Pronaos errichtet. An der Fassadenmauer Sesostris I. sind deutliche Überarbeitungen späterer Zeiten zu sehen.
 

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 15
 

Unter dem Fundament des Tempels aus dem Mittleren Reich wurde der sog. "Schatz von Tôd" gefunden. Hierbei handelt es sich um vier Bronzetruhen mit dem Namen Amenemhet II., die mit Wertgegenständen (Gold, Silber und Lapislazuli) gefüllt waren. Bei ihnen handelt es sich zum Teil um Importware der nordöstlichen Nachbarstaaten.
An der Allee zur Kaianlage findet man die Reste einer Barkenstation Thutmosis III. - Zeugen einer andauernden Kulttätigkeit. Die Barkenstation wurde vielfach restauriert. So zum Beispiel von Amenophis II., Sethos I., Amenmesse, Ramses III. und Ramses IV.
Um das Tempelareal befinden sich heute Steinlager mit Blöcken der Tempelanlage.

Arnold, Tempel Ägyptens S. 107
 

Im Tempel fand sich ein wichtiges Zeugnis zur Abstammung innerhalb der frühen 11. Dynastie. Die beiden Blöcke [1] befinden sich heute in Kairo mit der Inventarnummer JE 66331 und JE 66332.

Habachi, Monuments fig. 22
 

Der Name des Königs, der vor Month stehend opfert, ist leider nicht erhalten. Hinter ihm befindet sich eine Göttin, wahrscheinlich Hathor [2]. Hinter der Göttin stehen drei Vorfahrenkönige. Allen drei gemeinsam ist der Eigenname Antef. Beim letzten (dem linken) ist der Horusname %hrw-tAwj erhalten, beim mittleren Teile des Horusnamens WAH-anx. Dem ersten fehlt der Horusname, da der Block zur Vervollständigung der Szene fehlt. Wenn man hier den Horusnamen Nxt nb-tp-nfr ergänzt stehen die direkten Vorgänger Mentuhotep Nebhepetres hinter dem opfernden König.

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 29
 

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 28
 

Dem opfernden König fehlt die Beischrift, doch der Name des Königs Mentuhotep Nebhepetre ist anderswo auf dem oberen Stein zu finden. In der Zeichnung (oben rechts Fig. 28) ist die Stelle mit a bezeichnet, die auf dem oberen, linken Foto zu sehen ist und in einer Kartusche den Namen Nebhepetre nennt. Die Ergänzungen zum unteren Block der Ahnendarstellung findet man bei Stelle b. Eine Zuweisung an diesen König dürfte hiermit als sicher gelten.

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 17
 

März 2007
 

Weitere Zeugnisse Mentuhotep Nebhepetres sind als Spolien verbaut gewesen. So fanden sich einige octogonale Pfeiler aus Sandstein mit dem Namen des Königs. Noch heute ist im Steinlager der Rest eines Pfeilers mit dem Thronnamen zu finden (Foto rechts). Andere befinden sich nun im Louvre in Paris.
Desweiteren fanden sich drei Architrave.

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 18
 

Der unvollständig erhaltene Architrav aus Sandstein ist 20 cm hoch und noch 180 cm lang. Seine Stärke beträgt 42 cm.  Er trägt eine zweizeiligeInschrift mit der Kartusche: Sohn des Re Mentuhotep. Die Rückseite ist unbeschriftet. Der Architrav besteht aus zwei Teilen und befindet sich heute im Louvre.
Die Inschrift lautet [3]
[.....]..... dieser Tempel (war?) in einem sehr gro[ßen] Fest; [R]inder wurden so gestellt, daß der Schwanz auf den beiden Obelisken lag (??) im Angesicht von (??) Weihrauch;
[.....]... Er hat den Himmel erreicht im Goldhaus (??) des Hauses des Month, als Tat des Königs, des an Denkmälern Dauernden, des Erben dieses ganzen Landes, des "Sohnes des Re: Mentuhotep", er lebe ewig.

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 19
 

Dieser ehemals 228 cm lange Sandsteinarchitrav ist noch bis auf eine Länge von 186 cm erhalten. Mit einer größten Höhe von 74 cm hat er Platz für eine dreizeilige Inschrift. Die oberste Reihe zeigt eine gefügelte Sonnenscheibe mit zwei Uräen und der erhaltenen Beischrift: Behedeti, Herr des Himmels. Darunter zwei Inschriftenzeilen mit jeweils einer Kartusche, einmal Nebhepetre und einmal Mentuhotep. Das Stück findet sich heute im Museum in Kairo und trägt dort die Inventarnummer JE 66328.

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 21 (Link zum Foto auf der offiziellen Seite des Louvre)
 

Diese Kartuschen befinden sich auch auf dem dritten Architrav, heute im Louvre (E 15108), der ebenfalls aus Sandstein gefertigt wurde. Seine Inschriftet berichtet von der Erneuerung des Tempels unter Mentuhotep Nebhepetre [4]:
(Lebender) Horus: ZmA-tAwj; die Beiden Herrinnen: ZmA-tAwj; der von Month, dem Herrn von Theben, Geliebte, der König von Ober- und Unterägypten "Nb-Hpt-Ra", er lebe ewig.
Er hat als Denkmal für Month, den über den beiden Ländern Stehenden, den trefflichen Gott an der Spitze der Götter, den Erben dieses (?) ganzen Himmels,
die Erneuerung seines Hauses seines Leibes ausgeführt, seines Tempels der ersten Frühzeit, als Tat des Königs, des an Denkmälern Dauernden, des "Sohnes des Re: Mentuhotep", er lebe ewig.

Foto: Arnulf Schlüter
 

 
Weitere Blöcke mit Inschriften wurden gefunden.

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 20

 

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 22 (Louvre E 15106)
(Link zum Foto auf der offiziellen Seite des Louvre)

 

Den Türpfosten rechts ordnet Schenkel [5] zum obigen Architrav. Seine Inschrift übersetzt er folgendermaßen:
Horus "ZmA-tAwj"; die Beiden Herrinnen: ZmA-tAwj; der von Month, dem Stier, der in NHtj zu Gast ist, Geliebte, Der König von Ober- und Unterägypten, der "Sohn des Re: Mentuhotep", er lebe ewig.
Er hat (es) als Denkmal für Month, den über den Beiden Länder stehenden, gemacht, als Tat des Königs, der die Beiden Länder niederwirft, des Erben der Beiden Ufer, des "Nb-Hpt-Ra", er lebe ewig.
 

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 24
 

Sie sind zumeist aus Kalkstein und ehren in ihren Inschriften lokale Götter. Sie befinden sich zum großen Teil heute im Louvre.

Die Inschrift des Türpfeilers rechts übersetzt Schenkel [6] wie folgt:
Horus "ZmA-tAwj"; die Beiden Herrinnen: ZmA-tAwj; der von Month, dem Herrn von Theben Geliebte, der von den Göttern Oberägyptens Gelobte (?), dem die Beiden Länder dienstbar sind, der alle Fremdländer in einem Zug fertig macht.
Er hat als Denkmal für seinen Vater Month, den Stier, der in NHtj zu Gast ist, als Gründung des Königs das Haus seines Vaters [ausgefü]hrtm seinen trefflichen Sitz von früher.

 

 

 

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 23
 

Im Kairener Museum befinden sich zum großen Teil die Blöcke, die Bilderschmuck tragen. Es handelt sich aus der Zeit Mentuhotep Nebhepetres um folgende Blöcke:
   
   

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 25
 

Bisson de la Roque: Tôd Fig. 26
 

Sie zeigen den König in Begleitung einer Frau vor Month. Die Frau trägt einmal die Rote Krone und einmal die Weiße.
 
 

1 Bisson de la Roque: Tôd (1934 à 1936). Le Caire 1937, S. 75-77 macht folgende Angaben zu den blöcken: unterer Block (Fundinventarnummer 1542) - Kalkstein; Höhe 76 cm, Breite 186 cm, Stärke 59 cm - oberer Block (Fundinventarnummer 2116) Höhe 57 cm, Länge 128 cm

2 Habachi gibt auch noch Jwnyt als mögliche Göttin an. Habachi, Labib: King Nebhepetre Menthuhotep: His Monuments, Place in History, Deification and unusual Representations in the Form of Gods. MDAIK 19/1963, S. 46

3 nach Schenkel, Wolfgang: Memphis - Herakleopolis - Theben. Die epigraphischen Zeugnisse der 7.-11. Dynastie Ägyptens. Wiesbaden 1965, S. 212

4 nach Schenkel, Wolfgang: Memphis - Herakleopolis - Theben. Die epigraphischen Zeugnisse der 7.-11. Dynastie Ägyptens. Wiesbaden 1965, S. 213

5 nach Schenkel, Wolfgang: Memphis - Herakleopolis - Theben. Die epigraphischen Zeugnisse der 7.-11. Dynastie Ägyptens. Wiesbaden 1965, S. 213

6 nach Schenkel, Wolfgang: Memphis - Herakleopolis - Theben. Die epigraphischen Zeugnisse der 7.-11. Dynastie Ägyptens. Wiesbaden 1965, S. 213

 
   

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